Wo stehe oder liege ich? Sag DU es mir!!

Manchmal gibt es im Leben Zeiten, in denen man sich fragt:

„Wo steh ich eigentlich? Wo ist mein Platz?“

Diese Frage stelle ich mir derzeit auch. Aber sicher anders, als Ihr jetzt gerade denkt 🙂

Inzwischen habe ich superviele schöne Resonanzmails bekommen von Menschen, die mein Wunderland der Liebe nun zu Hause haben. Nachdem eine Leserin mir dann ein Foto von sich mit dem Buch in der Hand schickte und eine andere mein Büchlein in ihrem Regal bei Twitter zeigte, hatte ich die Idee zu dieser Aktion.

Bitte schickt mir doch ein Foto, auf dem Ihr entweder selber mit meinem Buch zu sehen seid oder aber fotografiert es an dem Ort, an dem es gerade liegt oder steht. Vielleicht hebt Ihr es in Eurem Bücherregal auf, vielleicht liegt es auf dem Nachttisch und vielleicht ja auch direkt neben dem Klo 😉 (Und weeeehe, Ihr klemmt es unter einen wackeligen Tisch!!) 🙂

Egal, WO es ist! Zeigt’s mir!! Ich werde dann in ein paar Wochen hier alle Fotos posten! Schickt die Fotos bitte als jpg an kossi@kossis-welt.de!

Ich freu mich drauf!!

Ich mach dann mal den Anfang:

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Gewinnspiel “Die Mittwochsbriefe” von Jason F. Wright

Kaum ist ein Gewinnspiel zu Ende, kommt auch schon das nächste.

Diesmal gibt es ein Video für Euch, aber diesmal werdet Ihr nicht MICH sehen, sondern… ach, schaut einfach selbst… denn DAS hier ist für EUCH:


Ist das nicht süß?? Ich habe mich soooo gefreut, dass Jason DAS für Kossis Welt gemacht hat! Und ich freue mich natürlich, dass das Video den langen langen Weg aus Woodstock, Virginia bis zur mir nach Marl geschafft hat und ich es Euch nun zeigen darf!!

Die Untertitel hat Stefan reingezaubert, der ja auch meine anderen Videos immer so schön aufhübscht. Von hier aus auch mal ein rieeeesiges Dankeschön an ihn!! Ist natürlich sehr witzig, dass er zweisprachig übersetzt hat hihi 🙂

Ihr habt nun die Möglichkeit, eines von FÜNF Exemplaren der Mittwochsbriefe zu gewinnen. Schickt bitte eine Mail mit dem Betreff „Die Mittwochsbriefe“ an kossi@kossis-welt.de. Einsendeschluss ist der 18.09.2009. Teilnahmebedingung ist, wie jedes mal, dass Ihr Euch bereit erklärt, im Anschluss ans Lesen eine kleine Rezension zu schreiben, die ich hier veröffentlichen werde.

buch229.jpg

Und hier nochmal meine Videorezension, damit Ihr wisst, worum es in dem Buch überhaupt geht:


Von hier aus einen gaaaaaaaaaanz lieben Dank an Jason, dass er diesen Spaß mitgemacht hat!

Jason, I love your book and I love your video! It sounds very cute, when you speak german. I am sure, it sounds better, than my english 🙂 And I wanna thank you, that you have done this!! I am looking forward to read your book Das Weihnachtsglas which will be published end of the year in germany! And next time, when I eat gummi bears, I will eat some just for you!! 🙂 Take care and THANK YOU!!

Vielen Dank auch an den Heyne-Verlag für die tolle Unterstützung!!

Und nun: VIEL GLÜCK allen Teilnehmern 🙂

Gewinnspiel Jay Asher – DIE GEWINNER

Folgende Teilnehmer haben das Buch Tote Mädchen lügen nicht von Jay Asher gewonnen!!

Ines Hohbein

Andrea Topphoff-Erpenstein

Sophie Koffke

Ich gratuliere Euch gaaaaanz herzlich und hoffe, Ihr erlebt die gleiche Spannung beim Lesen wie ich. Bitte denkt daran, dass Ihr mir nach dem Lesen eine kurze Rezension schickt, die ich hier veröffentlichen werde!

Vielen Dank an alle Teilnehmer!!

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Ab morgen wird es hier ein neues Gewinnspiel geben! Diesmal mit einem ganz besonderen „special-effect-video“!!!! Und es ist diesmal NICHT von mir!! Lasst Euch überraschen! 🙂

Gewinnspiel “Wunderland der Liebe” – DIE GEWINNER

Zunächst einmal möchte ich mich bedanken für die vielen vielen lieben Mails, die ich von Euch bekommen habe!! Ihr habt meine Neugier SEHR befriedigt, indem Ihr mir geschrieben habt, wie Ihr auf mich aufmerksam wurdet hihi… Ich war übrigens verwundert, dass es auch so viele männliche Stammleser gibt!! Und vor allem einige, die sogar meinen Gedichteband gewinnen wollten 🙂

Hier nun die Namen der Gewinner:

Petra („Pitti“)… leider hast du nicht deinen vollständigen Namen in die Mail geschrieben

Angelika Schott

Martina Mallon

Reiner Gödert

Jessica Götz

Ich gratuliere Euch gaaaaanz doll und hoffe, dass Euch mein Wunderland der Liebe gefällt!! 🙂

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!!!

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Everytime….

„….
why are we
strangers when
our love is strong
why carry on without me
and everytime I try to fly I fall
without my wings
I feel so small
I guess I need you baby
….“


Einer meiner „toller-Text-tolle-Melodie-feeling-blue-and-cry-a-little-bit“-Songs ever!

Manchmal brauch ich das. Und ich liebe es, dass Musik DAS mit mir macht. Musik unterstreicht das GElebte und malt das ERlebte bunt. Und manchmal macht sie all das auch grau oder gar farblos. Und dennoch wird die Vergangenheit durch Musik manchmal lebendig und fühlbar. Und manchmal macht sie eben auch traurig. Aber manchmal braucht man eben genau DAS.

Während das LESEN für mich Leben, Sinn, große Leidenschaft und immerwährende Liebe zum geschriebenen Wort ist, ist die MUSIK Lesen mit den Ohren…. vor allem zwischen den Tönen und Zeilen…. hört genau hin, dann wißt Ihr, was ich meine….

Und Musik kann auch ein Kuss sein, der deine Seele berührt….

Männertaxi – Der erste Blick aufs Cover!!!!

(aber nur für MICH hihi) 😉

Gestern war es endlich so weit!!

Mein Lektor Timothy Sonderhüsken hat mir zum allerersten Mal das Cover meines allerersten Romans MÄNNERTAXI gezeigt!!

Seine Mail trudelte bei mir ein und ich sah, dass eine Datei beigefügt war. Bevor ich das Bild allerdings öffnete, setzte ich mich erstmal gerade hin und schaute auf meine PC-Uhr.

02.09.2009, 09:50 Uhr

Ein ganz besonderer Moment für mich und ich wollte unbedingt alles festhalten, was ich in diesem Moment um mich herum noch wahrnahm, um diesen Moment nieeeee zu vergessen.

Dann öffnete ich das Bild und ich hatte sooooo schwitzige Hände dabei. Und dann? Sah ich es. MEINE Idee! MEIN Männertaxi! MEIN Name drauf! MEIN Cover!!

Ich kann nicht beschreiben, was das für ein Gefühl war. Da ich noch nie ein Kind bekommen habe, kann ich ja nun nicht so recht mitreden, aber ich kann mir vorstellen, dass es sich so ähnlich anfühlt, wenn man sein Baby zum ersten Mal sieht. Ich habe mir das Bild einfach nur angeschaut. Und gelächelt. Und dann gegrinst. Und laut gesagt „Boah cool!“ Und ich hatte sogar ein wenig Herzklopfen. Und dann hab ich die ganze Zeit gedacht: „Mein Baby…. jetzt wird es ernst!“ 🙂

Es ist soooooo schön geworden und es ist soooo an meine eigene Idee, die ich ja mit einem Bildbearbeitungsprogramm mal eben so hingeschmettert hatte, angelehnt. Natürlich viel mehr ausgebaut und viel hübscher und auch lustig und schöner und … hach… wenn Ihr es nur sehen könntet!!!!

Das könnt Ihr aber noch nicht, denn Ihr müsst Euch noch ein paar Tage gedulden, bis es ganz offiziell ist! Aber sobald ich das okay habe, werdet Ihr es hier natürlich bestaunen können!! Und natürlich werde ich Euch auch meine eigene Coveridee zeigen, damit Ihr seht, dass die wirklich sehr sehr ähnlich war!

Psssssst, ein paar Kleinigkeiten werde ich Euch aber schon verraten:

Es ist rechteckig.

Es steht „Andrea Koßmann“ drauf.

Es steht „Männertaxi“ drauf.

Und, es ist GELB!!!!

😀

Bücher, auf die ich mich freue!

Der September wird (lesetechnisch gesehen) HOT HOT HOT!! 🙂

In diesem Monat erscheinen folgende Bücher, auf die ich schon sehnsüchtig warte:

In Wahrheit wird viel mehr gelogen von Kerstin Gier (bei Weltbild und Thalia bereits erhältlich)

In Todesangst von Linwood Barclay (01.09.2009)

Zeit deines Lebens von Cecelia Ahern (09.09.2009)

Charleston Girl von Sophie Kinsella (14.09.2009)

*******************************************************************

Und hier noch ein Album, welches ich kaum erwarten kann:

Wünsche von PUR (04.09.2009)

Ich bin total gespannt auf dieses neue Album und es wird sicher super zu den anderen PUR-Alben passen, die ich habe. Die Texte begleiten mich nun schon fast 20 Jahre…. Wahnsinn!!

Buch des Monats August 2009

Gelesen habe ich im August folgende Bücher:

Der Kruzifix-Killer von Chris Carter

Flammenbrut von Simon Beckett

Rattentanz von Michael Tietz

Neunzehn Minuten von Jodi Picoult

Und mein persönliches Buch des Monats ist:

Neunzehn Minuten

Dieses Buch hat mich so dermaßen mitgenommen, dass ich noch jetzt sehr oft an das Geschehen denke. Ein tolles Buch, welches leider viel zu real ist.

Hier meine Rezension:

Erschütternd

Nachdem ich dieses Buch zu Ende gelesen habe, habe ich mich ruhig hingesetzt und 19 Minuten auf meine Wanduhr geschaut. Ich ließ das Buch, die Handlung, die Personen, gepaart mit den realen Schlagzeilen in den Zeitungen und Nachrichten der letzten Jahre im Bezug auf Amokläufe an Schulen, revue passieren und kämpfte mit den Tränen. Schon lange hat mich ein Buch nicht mehr so dermaßen mitgenommen, dass ich in der darauffolgenden Nacht sogar davon träumte.

Jodi Picoult erzählt uns die fiktive Story rund um den siebzehnjährigen Peter Houghton, der am 6. März 2007 durch einen Amoklauf an seiner Schule mehrere Menschen tötet und verletzt. Die Geschichte beginnt mit dem Tage der Tat und wechselt dann mit Erzählungen aus der Vergangenheit und der Zeit nach der Tat ab.

Sieht es Anfangs noch so aus, als würde ein Junge aus schier unvorstellbaren Gründen diese Tat begehen, so taucht man beim Lesen in sein Leben ein und muss erkennen, dass dieses nicht immer das reine Zuckerschlecken war. Man lernt die Menschen, mit denen er zu tun hatte, näher kennen. Seine Freunde und die, die das Wort Freundschaft nicht mal kennen. Seine Eltern, seine Lehrer… sie alle machten das Leben von Peter aus.

Man erkennt die teilweise verwobenen Zusammenhänge und ab und zu keimt Mitleid für den Täter auf, so sehr man sich eigentlich auch dagegen wehrt, denn das Leid der Familien, die ihre Kinder und Angehörigen verloren haben, verbietet es dem Leser, Sympathie für den Täter zu entwickeln. Das Psychogramm von Peter scheint, im Bezug auf das, was er selber erlebt hat, schlüssig und dennoch so unvorstellbar.

Jodi Picoult hat in einer sehr sehr emotionalen und detaillierten Art und Weise versucht, dem Leser die Zusammenhänge, die zu so einer Tat führen KÖNNEN, näher zu bringen und sie hat dies mit Leichtigkeit geschafft. Obwohl die Thematik an sich alles andere als leicht ist und das Thema doch sehr sensibel behandelt wurde.

Ich mußte das Buch ein paar mal aus der Hand legen, weil ich Angst hatte, weiterzulesen. Doch auf der anderen Seite war da die Neugier nach der Antwort auf die Frage nach dem WARUM. Und immer wieder speisten sich die Bilder der echten Amokläufe an den Schulen in mein Gehirn und so verschwomm irgendwann die Fiktion mit der Realität. Aus diesem Grunde schloss ich das Buch am Ende mit einem unguten Gefühl im Magen. Ich fühle mich betroffen. Ich bin erschüttert. Ich bin ergriffen.

Für mich war dies das zweite Buch der Autorin (nach „Das Leben meiner Schwester“) und ich denke, dass es das beste Buch ist, welches sie bisher geschrieben hat. Die Fülle von Informationen und sehr gut recherchierten Ereignissen und psychologischen Hintergründen machen dieses Buch zu einem Gesamtwerk und es wäre wünschenswert, wenn es fiktiv bleiben würde. Doch die Realität zeigt leider ein anderes Gesicht.

Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven.

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Stapel ungelesener Bücher – September 2009

Und hier mein aktueller SuB von September 2009. Gelesene Bücher in diesem Monat sind durchgestrichen.

Anzahl der Bücher: 40

Das Buch von Eden von Kai Meyer

Dschinnland: Die Sturmkönige von Kai Meyer

Love Sheriffs von Martina Paura

Angebissen von Martina Paura

Das Steinerne Auge: Historischer Episodenroman Diverse Autoren

Gnadenlos von Simon Kernick

Gefühlsecht von Andrea Russo

Beziehungswaise von Michel Birbaek

Rattentanz von Michael Tietz

Das dunkelste Blau von Tracy Chevalier

An einem Tag wie diesem von Peter Stamm

Stolz und Vorurteil von Jane Austen

Die Brautprinzessin von William Goldman

Wer bin ich – und wenn ja wie viele?: Eine philosophische Reise von Richard David Precht

Die Hexe und der Herzog von Brigitte Riebe

Es von Stephen King

Nicht so schlimm von Nicolas Fargues

Das Lied der Sterne von Julian Lees

Die zehn Geheimnisse der Liebe von Adam Jackson

Der Lauf des Flusses von Anne Cuneo

Mord am Hellweg 4: Kriminalstorys Diverse Autoren

Ehebrecher und andere Unschuldslämmer von Kerstin Gier

Männer und andere Katastrophen von Kerstin Gier

Schneemann von Jo Nesbo

So was wie Liebe von Anna McPartlin

Wilde Hunde von Markus Zusak

Fear von Jeff Abbott

Der wunde Punkt von Mark Haddon

Tod auf der Fashion Week von Hans H. Sprado

Going. Schritt für Schritt zur Wahnsinns-Power! von Peter Walker und Nancy Spinner

Vergebung von Stieg Larsson

Das zweite Königreich von Rebecca Gablé

Alles ist erleuchtet von Jonathan Safran Foer

Tödliches Lachen. Ein Julia-Durant-Krimi von Andreas Franz

Kaltes Blut von Andreas Franz

Unsichtbare Spuren von Andreas Franz

Schrei der Nachtigall von Andreas Franz

Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Folge 2 von Bastian Sick

Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier

Bis ich dich finde von John Irving

The Hotel New Hampshire von John Irving

Der Mann aus Sankt Petersburg / Die Löwen Doppelband von Ken Follett

Die Truhen des Arcimboldo von Hanjo Lehmann

Eine Braut zu viel von Sarah Harvey

Schade, dass Du nicht tot bist von Rita Mae Brown

Neue Vahr Süd von Sven Regener

Zuletzt aktualisiert am 22.09.2009

Schuldig!

Polizeiverhör.

Ich sitze allein in einem abgedunkelten Raum. Das Rollo am Fenster ist hinuntergelassen und die Sonne kann nur durch ein paar Schlitze in den Raum hineinfluten. Es ist kalt. Ich habe Angst.

Die Tür wird aufgerissen und ich erschrecke mich. Vor mir steht ein Polizist. Nein, ich möchte nicht sagen, dass er unheimlich gut aussieht. Vielmehr schaut er mehr als gut aus. Dunkle Haare, ein knackige Figur, ein kleines Bärtchen um den Mund. Stahlblaue Augen. Atemberaubend sozusagen. Very kossilistisch leckerschmackofatzig. Auf seinem Namensschild steht „Ludger Hinrichs“ und an seinen Fingern befinden sich keine Ringe. Ludger… der Name passt so gar nicht zu ihm. Ich werde ihn Lou nennen. So nur für mich.

Lou (sehr souverän und respekteinflössend): „Frau Koßmann?“

Ich: (sehr verschüchtert): „Ja, das bin ich!“

Er setzt sich mir gegenüber auf einen Stuhl. Uns trennen jetzt nur 1,50 m echte Buche, die als Platte auf vier Beinen steht. Um nicht zu sagen, uns trennt nur ein Tisch. Seine blauen Augen scheinen mich durchdringen zu wollen. Er schaut mir tief in die Augen, beugt sich ein Stückchen näher zu mir herüber und ich habe das Gefühl, er würde mich küssen wollen. Spitzt er nicht den Mund? Kann ich nicht schon sein After Shave riechen?

SPOT!!!!

Es wird taghell und die Schreibtischlampe, die ich zuvor gar nicht gesehen habe, ist genau auf mich gerichtet. Lous Hand heftet noch an dem Schalter, zu dem er sich hinüber gebeugt hat. Damn!

Lou: „Dann wollen wir mal!“ Er lehnt sich zurück und schlägt einen Aktenordner auf, der vor ihm auf dem Tisch liegt.

Lou: „Wo waren Sie gestern Abend gegen 23:30 Uhr?“

Ich: „In meiner Wohnung.“

Lou:“ Kann das jemand bezeugen?“

Ich: „Nun ja, vielleicht meine Bücher… ähm.. oder meine Pflanzen… oder…. oder…“ Ich bin nervös, zaubere aber dennoch ein Lächeln aus meinem Kossi-Zauberhut.

Lou: „Frau Koßmann, das hier ist kein Kindergarten. Sie befinden sich in einer Polizeiwache und ich bitte Sie, den nötigen Respekt dafür aufzubringen!“

Schlagartig versiegt mein Lächeln und es brennt in meinen Augen. Ich will nach Hause. Das alles hier macht mir Angst.

Lou: „Also gibt es niemanden, der bezeugen kann, dass Sie gestern Abend zu Hause waren?“

Ich: „Nein.“ Ich blicke betreten auf meine Fingernägel.

Lou: „Was haben Sie zu Hause getan?“

Ich: „Also zuerst habe ich ferngeschaut. Dann ein wenig gelesen und dann mußte ich kurz etwas nach draußen in den Müll bringen.“

Lou: „Mitten in der Nacht?“ Er zieht eine Augenbraue hoch.

Ich: „Ja, denn mir fiel ein, dass ich morgens vergessen hatte, das Katzenklo sauber zu machen. Also tat ich es gestern Abend und brachte dann das Streu nach draußen in den Müll.“

Lou: „Okay. Was taten Sie dann?“

Ich: „Ich legte mich hin und versuchte, zu schlafen.“

Lou: „Und? Klappte es?“

Ich: „Nicht auf Anhieb. Ich grübelte sehr viel und pfiff dann nach meiner Katze, damit sie mir Gesellschaft leisten kann. Das ist so unser Ritual, wissen Sie? Ich pfeife, und sie kommt. Also, nicht dass sie denken, dass alle nach meiner Pfeife tanzen, aber es hat sich im Laufe der Jahre irgendwie so ergeben.“

Lou: „Und? Kam ihre Katze?“

Ich: „Nein. Aber das wunderte mich nicht, denn es passiert ab und zu, dass sie ihm Wohnzimmer auf ihrem Lieblingskissen liegt und es dann auch nachts bevorzugt, dort zu schlafen.“

Lou: „Hatten Sie in der Nacht eigenartige Träume?“

Ich: „Komisch, dass Sie danach fragen. Ja, ich hatte einen eigenartigen Traum. Jemand, den ich lange nicht gesehen habe, war auf einmal wieder da. Und es fühlte sich gut an. Ich war sogar ein wenig glücklich. Also im Traum. Als ich morgens aufwachte und feststellte, dass es nur ein Traum war, war ich wieder traurig, weil der Mensch, den ich vermisse, eben nicht wirklich da war. Wissen Sie, es ist nicht so leicht, wenn….“

Lou: „Frau Koßmann, Ihre Privatangelegenheiten interessieren mich erstens nicht und zweitens haben sie nichts mit diesem Fall zu tun!“

Ich schweige und begutachte erneut meine Fingernägel.

Lou: „Was taten Sie, nachdem Sie aufgestanden sind?“

Ich: „Das Übliche. Ich nahm meine Zahnbürste und putzte mir die Zähne, währenddessen ich den PC startete und sämtliche Rollos in meiner Wohnung hochzog.“

Er blickt mich erstaunt an.

Ich: „Multitasking, Sie wissen schon!“ Das ist wieder so ein Moment, in dem ich gerne grinsen würde, ich traue mich aber nicht, weil Lou mich eindringlich anschaut.

Lou: „Fiel Ihnen bei Ihrer Tätigkeit irgendwas auf?“

Ich: „Zu dem Zeitpunkt noch nicht. Aber als ich mit dem Zähneputzen fertig war, ging ich ins Wohnzimmer und öffnete die Terassentür.“

Lou: „Was ist daran so ungewöhnlich?“

Ich: „Eigentlich nichts. Aber das Geräusch des Öffnens erzeugt bei meiner Katze immer den Pawlow´schen Reiz, nach draußen auf den Balkon zu rennen. Was bedeutet, dass ich kurz nach dem Öffnen der Tür normaler Weise das leise Tappsen meiner Katze auf dem Laminat höre. Und mir fiel auf, dass ich es heute Morgen eben NICHT hörte.“

Lou: „Was taten Sie dann?“

Ich: „Ich wurd ein wenig panisch, weil ich Angst hatte, dass ich meine Katze abends auf dem Balkon vergessen hatte.“

Lou: „Sie sagen das so, als wäre dies nicht so unwahrscheinlich. Ist es Ihnen schon einmal passiert?“

Ich: „Ja, im Sommer passiert mir das öfter. Wenn ich die Tür schließe, versteckt sie sich manchmal so unter den Stühlen, dass ich sie nicht sehen kann. Aber bisher waren es immer nur ein paar Stunden, die sie draußen verbracht hat. Noch nie war es eine ganze Nacht!“

Lou: „Ihre Katze war also tatsächlich auf dem Balkon?“

Ich werde immer nervöser.

Ich: „Ähm.. nein. Ich ging raus, suchte nach ihr und pfiff, aber nichts passierte.“

Lou: „Was taten Sie dann?“

Ich: „Ich inspizierte die gesamte Wohnung, rief nach meiner Katze, schaute unters Bett, in den Schlafzimmerschrank, unter die Couch…. aber ich fand sie nicht.“

Lou: „Aber wo sollte sie hin sein?“

Ich: „Die gleiche Frage stellte ich mir auch. Deshalb überlegte ich die ganze Zeit, was ich gestern Abend getan hatte und ob ich sie vielleicht aus Versehen irgendwo eingesperrt hatte.“

Er blickt in seinen Aktenordner und blättert eine Seite um.

Lou: „Nun, Frau Koßmann. Von EINgesperrt kann hier ja jetzt auch keine Rede sein, was?“

Er hat so einen Blick drauf, wie Eltern, die ihre Kinder beim Rauchen erwischen und er jagt mir ein noch größeres, schlechtes Gewissen ein, als ich es ohnehin schon habe.

Wenn Lou nicht so unglaublich klasse aussehen würde, würde ich jetzt gerne mal meine rechte Hand vorstellen. Sie würde sich bestimmt gut mit seiner linken Wange verstehen. Stattdessen bin ich weiterhin kleinlaut.

Ich: „Ja, sie haben Recht!“

Lou: „Weil….?“

Ich: „Weil….“ Ich hole tief Luft. „Weil mir das mit dem Katzenstreu von gestern Abend einfiel.“

Lou: „Und….?“

Ich: „Und ich deshalb meine Wohnungstür öffnete.“

Ich muss schlucken, obwohl mein Mund trocken und mein Hals wie zugeschnürt ist.

Lou: „Was passierte dann?“

Ich: „Jerry saß auf…. “ Ich fange an zu schluchzen. „Jerry saß auf der Fußmatte, schaute mich mit riesigen Augen an und miaute, dass es mir das Herz zerbrach!“

Ich krame ein Taschentuch aus meiner Hosentasche und schnäuze hinein.

Ich: „Wissen Sie, allein der Gedanke, dass ich meine Katze die ganze Nacht kossiseelenallein im Hausflur habe sitzen lassen und und… und dass ich ihr Miauen nicht gehört habe… und wenn ich daran denke, dass sie sooooo eine Angst gehabt haben muss… dann… dann… wissen Sie, das tut noch mehr weh, als der Gedanke an den Typen, von dem ich Ihnen vorhin erzählte… der… der…..“

Er schaut mich verständnislos an.

Ich: „Na, der, von dem ich geträumt hatte… dass er wieder da ist…. also so wie Jerry es dann auf einmal war. Aber das mit Jerry tut mir viel mehr weh… weil es ja MEINE Schuld war…. Oh mein Gott, sie tut mir so unsagbar leid und ich….“ Ich schluchze.

Ich: „Ich habe sie sofort auf den Arm genommen und sie gedrückt und geküsst und gestreichelt und ihr dann einen Schuss Milch in ihr Wasser getan und ihr ein feines Nassfutter gegeben und ich habe sie immer wieder angeschaut und ich bin so dankbar, dass sie anscheinend keinen Schaden davon getragen hat. Das kann nämlich passieren, wenn man von jemandem getrennt wird, wissen Sie. Also nicht, dass ICH jetzt einen Schaden hätte.. also zumindest keinen, der größer wäre, als der, den ich ohnehin schon habe, aber….“

Ich bin total ausser Atem.

Lou: „Sie bekennen sich also schuldig?“

Ich: „Ja, in allen Punkten! Ich habe die Fürsorgepflicht meiner Katze missachtet. Ich hätte dafür Sorge tragen müssen, dass sie mir Nachts nicht in den Hausflur folgt. Wenn ich die Tür hinter mir geschlossen hätte, wäre es nicht passiert und ich hätte Jerry diese schreckliche Nacht nicht antun müssen!“

Lou grinst amüsiert.

Lou: „Nun… dann wären Sie aber auch nicht hergekommen und hätten eine Selbstanzeige aufgegeben!“

Hä?

Ich: „Ähm.. ja… nee… also natürlich nicht.“

Er zwinkert mir zu. Wie jetzt?

Lou: „Dann hätten wir beide uns wohl nie kennen gelernt.“

Ach so, das.

Ich: „Guuut kombiniert.“

Lou: „Und dann könnte ich Sie auch nicht fragen, ob ich Sie für heute Abend zum Essen einladen dürfte.“

Jetzt fehlen mir die Worte. Ich zögere einen Moment.

Ich: „….“

Lou: „????“

Ich: „Ja.. also… gerne!! Aber….“

Lou: „Aber?“

Ich: „Ich muss erstmal Jerry fragen, ob sie mir den Stubenarrest erlässt, den sie mir aufgelegt hat!“

Wir grinsen. Beide.

Und als ich nach Hause komme, erzähle ich Jerry davon. Sie verkriecht sich unters Bett zu dem Buch, in welchem sie aktuell liest und ruft „Jetzt benutzt du mich schon dafür, um Kerle kennen zu lernen!“

Hach… wann wird sie endlich verstehen, dass SIE und echt NUR sie immer mein Ein und Alles bleiben wird. Egal, wie oft ich noch vergesse, sie in die Wohnung zu lassen und egal, wie oft ich noch von irgendjemandem zu irgendwas eingeladen werde?

Ich liebe meine Katze!! Und ich schwöre, dass alles in dieser Geschichte sich genau SO abgespielt hat. Okay… nur Lou… den gibt es nicht wirklich. Aber das schlechte Gewissen habe ich tatsächlich und es wird auch noch ein paar Tage dauern bis es weg ist. Und den Traum…. den hatte ich auch. Alles andere nennt man wohl künstlerische Freiheit.

Jerry, es tut mir leid! Ich hab dich so lieb! Ehrlich! auch wenn es für dich heute Nacht mit Sicherheit nicht so aussah 🙂

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